threewords.me: describe me in ...
Web 2.0
Das Jahr 2010 geht zu Ende und noch immer sind "Web 2.0", "user generated content" und "the wisdom of the crowd" en vogue.
Wir twittern uns einen Wolf, bloggen wie die Weltmeister, laden alle unsere Fotos hoch und konkurrieren um den Mayor-Status bei foursquare.
Nebenbei sind wir 24 Stunden bei facebook online oder bauen alternativ unser Profil bei joindiaspora auf. (Letzteres, wenn wir partout nicht dem Mainstream folgen wollen.)
Wir pflegen unsere Xing-Profile, legen sicherheitshalber noch ein weiteres bei LinkedIn an und fragen uns, welches Video wir als nächstes bei youtube oder vimeo einstellen können.
Ich. Will. Mitmachen. — Und wahrgenommen werden!
"Cogito, ergo sum." war gestern.
"Publico, ergo sum." ist heute.
Woche um Woche entstehen neue Web-2.0-Dienste.
Alle sehr social, sehr networkig und sehr einzigartig — um nicht zu sagen: sehr elitär.
Neuvorstellung: threewords.me
Heute im Angebot: threewords.me
"Get three words about yourself." sagt die Website und zeigt ansonsten nur ein Formular, über das man sich registieren soll.
Was dieser Dienst leistet: keine Angabe.
Wie er funktioniert: keine Angabe.
Welche Vorteile er bietet: keine Angabe.
Soweit ich das herausbekommen habe, versetzt diese Website andere Leute in die Lage, einen mit drei Worten zu beschreiben.
Wie schön!
Aber leider …
Problem Nummer 1: Registrierung
Schon der erste Schritt erweist sich als schwierig — jedenfalls wenn man so ungewöhnliche Zeichen wie "." oder "-" in seinem Namen haben möchte. Es klappt einfach nicht und die Fehlermeldungen sind nicht sonderlich präzise.
Problem Nummer 2: Woher weiß die Menschheit, dass sie mich beschreiben soll?
Es führt kein Weg daran vorbei: ich muss darum betteln, dass andere mich mit drei Worten beschreiben.
Mir bleibt also nichts anderes übrig, als meine threewords-URL bekannt zu machen und um Einträgen zu betteln.
Problem Nummer 3: Keiner kann's lesen.
Nehmen wir mal an, ich hätte mich erfolgreich registriert.
Und nehmen wir weiter an, ich hätte es auch geschafft, dass ein paar Leute etwas über mich gesagt hätten.
Und jetzt?
Wer kann lesen, was über mich gesagt wurde?
Ich selbst.
Offenbar sonst aber niemand.
Jedenfalls soweit ich das beurteilen kann und von anderen Usern sehe. — Meine Registrierung hat ja nicht geklappt.).
Vorläufiges Fazit
threewords.me ist zwar eine nette Idee, wurde aber nicht gut umgesetzt.
Prophezeihung:
Entweder ändert sich in den nächsten Tagen noch profund etwas,
oder dieser Dienst wird eine weitere Web-2.0-Karteileiche.

