Erklär-Bär: Reifen
In einer Informationsbroschüre einer Motorradzeitschrft zum Thema "Reifen" heißt es:
Die Haftreibung zwischen Reifen und Straße wird als Grip bezeichnet und ist bei allen Fahrsituationen unverzichtbar.
"Ach was!" dachte ich.
"Welch eine bahnbrechende neue Erkenntnis!"
Besonders der Teil mit "unverzichtbar" ist ja wirklich erhellend!
"Ihr Hohlbirnen! Für wie bescheuert haltet ihr eigentlich eure Leser?"
Ging so durch meinen Kopf und ich war war d'rauf und d'ran, eine lange Ereiferung darüber zu schreiben, wie verschaukelt ich mir vorkomme, wenn ich so etwas lesen muss.
OK, streng genommen MUSS ich es ja nicht lesen.
Aber:
Als regelmäßiger Leser einer bestimmten Zeitschrift gehe ich schon so ein bisschen davon aus, dass ich in diesem Journal (und auch in all seinen Sonderausgaben) gezielt angesprochen werde:
Ein Mindestmaß an fachspezifischer Vorbildung sollte die Redaktion voraussetzen können.
"Zielgruppe" lautet da im Marketing wohl das Zauberwort.
Aber dann überlegte ich mir: "Nee, ist ja gut — kann man ja mal sagen.
Vielleicht ist das ja wirklich nicht jedem klar?
Ich finde es zwar höchst merkwürdig (und gefährlich), wenn man über die prinzipiellem Funktionweisen, Grenzen und Gefahren seiner Fahrzeuge so rein gar nichts weiß, aber vielleicht bin ich da auch ein wenig radikal oder gar altmodisch.
Aber wie auch immer: ich habe ja eine Schwäche für Erklär-Bären.
Ich liebe und verehre sie und eifere ihnen nach.
Und wenn der Erklär-Bär meint, es sei nötig, seiner Zielgruppe etwas über die grundlegende Funktionsweise von Reifen zu erzählen, dann lausche ich ihm hingerissen.
Aber … lieber Erklär-Bär … gibt mir dann auch mehr Futter und quäle mich mit etwas mehr Details!
Ist ja nicht schlimm, wenn das nur wenige "Experten" interessiert.
Ich fühle mich lieber überfordert als unterfordert.
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- Geschrieben von eigenhirn in (Mit-)Menschliches & Technik, die begeistert & Unterwegs
threewords.me: describe me in ...
Web 2.0
Das Jahr 2010 geht zu Ende und noch immer sind "Web 2.0", "user generated content" und "the wisdom of the crowd" en vogue.
Wir twittern uns einen Wolf, bloggen wie die Weltmeister, laden alle unsere Fotos hoch und konkurrieren um den Mayor-Status bei foursquare.
Nebenbei sind wir 24 Stunden bei facebook online oder bauen alternativ unser Profil bei joindiaspora auf. (Letzteres, wenn wir partout nicht dem Mainstream folgen wollen.)
Wir pflegen unsere Xing-Profile, legen sicherheitshalber noch ein weiteres bei LinkedIn an und fragen uns, welches Video wir als nächstes bei youtube oder vimeo einstellen können.
Ich. Will. Mitmachen. — Und wahrgenommen werden!
"Cogito, ergo sum." war gestern.
"Publico, ergo sum." ist heute.
Woche um Woche entstehen neue Web-2.0-Dienste.
Alle sehr social, sehr networkig und sehr einzigartig — um nicht zu sagen: sehr elitär.
Neuvorstellung: threewords.me
Heute im Angebot: threewords.me
"Get three words about yourself." sagt die Website und zeigt ansonsten nur ein Formular, über das man sich registieren soll.
Was dieser Dienst leistet: keine Angabe.
Wie er funktioniert: keine Angabe.
Welche Vorteile er bietet: keine Angabe.
Soweit ich das herausbekommen habe, versetzt diese Website andere Leute in die Lage, einen mit drei Worten zu beschreiben.
Wie schön!
Aber leider …
Problem Nummer 1: Registrierung
Schon der erste Schritt erweist sich als schwierig — jedenfalls wenn man so ungewöhnliche Zeichen wie "." oder "-" in seinem Namen haben möchte. Es klappt einfach nicht und die Fehlermeldungen sind nicht sonderlich präzise.
Problem Nummer 2: Woher weiß die Menschheit, dass sie mich beschreiben soll?
Es führt kein Weg daran vorbei: ich muss darum betteln, dass andere mich mit drei Worten beschreiben.
Mir bleibt also nichts anderes übrig, als meine threewords-URL bekannt zu machen und um Einträgen zu betteln.
Problem Nummer 3: Keiner kann's lesen.
Nehmen wir mal an, ich hätte mich erfolgreich registriert.
Und nehmen wir weiter an, ich hätte es auch geschafft, dass ein paar Leute etwas über mich gesagt hätten.
Und jetzt?
Wer kann lesen, was über mich gesagt wurde?
Ich selbst.
Offenbar sonst aber niemand.
Jedenfalls soweit ich das beurteilen kann und von anderen Usern sehe. — Meine Registrierung hat ja nicht geklappt.).
Vorläufiges Fazit
threewords.me ist zwar eine nette Idee, wurde aber nicht gut umgesetzt.
Prophezeihung:
Entweder ändert sich in den nächsten Tagen noch profund etwas,
oder dieser Dienst wird eine weitere Web-2.0-Karteileiche.
Survival of the Fittest
Survival of the Fittest einmal anders.
Nicht so ganz im Darwinschen Sinne, aber immerhin:
ein gewisses Maß an Fitness hat unlängst einen Mann in einer ost-türkischen Stadt vor großer Unbill bewahrt — so berichtet jedenfalls SpON in oben verlinktem Video.
"Wer schnell genug laufen kann, wird nicht vom Bus überfahren" wird man daraus ablesen.
Sport ist und bleibt also gesund.
Man könnte jetzt natürlich auch darüber nachdenken, dass sich der Mann schon allein durch sein Verhalten im Straßenverkehr für den Darwin Award klassifiziert hat.
Aber wir wollen ja nicht gehässig werden.
Immer mal wieder ist ja zu hören, dass viele Morde unentdeckt bleiben, weil sich aufgrund oberflächlicher Leichenschauen keine Verdachtsmomente offenbaren.
Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, muss man sich doch vor dem Hintergrund des obigen Videos fragen, wieviele Suizide als tragischer Verkehrsunfall durchgehen.
Übrigens — wer's braucht und noch nicht kennt — weitere Anregungen, wie man sich unbeabsichtigt (aber doch kunstvoll) aus dem Dasein katapultieren kann, findet man auf den Seiten des Darwin Award.
Sozio-kulturelle Bedeutung von ...
So ein "Schneechaos" — von manchen auch einfach nur "Winter mit Schneefall" genannt — kann man ja auch mal zum Anlass nehmen, soziale Gefüge zu analysieren:
- Wer schippt wann Schnee?
- Wer schippt Schnee für den gebrechlichen Nachbarn?
- Oder für den, der vielleicht gerade in Urlaub ist?
- Wer beteiligt sich auf einem größeren Gundstück am Schneeschieben, wer nicht?
- Wer schiebt mit dem Schnee anderer Leute Parkplätze zu?
Das Wetter löst aber offenbar auch große Gewissenskonflikte aus:
- Entferne ich Schnee und Eis von meinem Autodach?
Oder warte ich einfach darauf, dass er dem Wagen hinter mir vor die Windschutzscheibe geschleudert wird? - Benutze ich die geräumte Fahrbahn einfach mal als Parkplatz, weil ich zu faul bin, mir einen solchen frei zu schaufeln?
Motivation und Belohnung
Manchmal schreibe ich Dinge, die ich gerade erledigt habe, auf eine ToDo-Liste.
Da ich sie ja erledigt habe, kann ich sie gleich wieder durchstreichen — prima Gefühl!
Von Zeit zu Zeit muss man sich einfach mal selbst auf die Schulter klopfen!
Müll nach 22:00
Falls man in Baden-Württemberg an einem Samstagabend um 22:00 h seinen Müll 'rausbringt, macht man sich wahrscheinlich schon mal ein bisschen verdächtig — jedenfalls wenn man "im Ländle" wohnt: also irgendwo in einem Dorf (von denen es ja doch noch erschreckenderweise eine ganze Menge gibt).
Wer weiß, welche Leichenteile er da wieder in dern Mülleimer wirft!
Oder vielleicht tut er wieder seinen Bio-Müll in den gelben Sack!
"Schaffe, schaffe, Häusle baue!" in allen Ehren und "Fleiß hat noch keinem geschadet! absolut akzeptiert.
Aber mitten in der Nacht?
Zur Mülltonne gehen?
Hei! Des macht doch Lärm! — Ha! Muss des denn soi?
Do isch doch ebbes im Argen!
Ja, liebe Nachbarn, gerade musste das mal sein.
Ich war auch bestimmt so leise wie möglich und habe nicht mal gegen die Hausordnung verstoßen.

